Dokumentation

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Multidimensionalität Koexistenz

  • Koexistenz mit Gentechnik ist facettenreich und komplex
  • Beschreibt nicht nur das Nebeneinander von verschiedenen landwirtschaftlichen Systemen oder Produkten im Einkaufsregal
  • Koexistenz findet auch in vorgelagerten Bereichen statt, etwa in der Diskussion über Marktdynamiken und Erhaltung von verschiedenen landwirtschaftlichen Ansätzen für aktuelle Herausforderungen.
  • Bei der Regulierung der Koexistenz müssen alle Ebenen in Betracht gezogen werden
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Dynamik im Saatgutmarkt

  • Wenige Grosskonzerne dominieren den Saatgutmarkt
  • Patente verstärken das Oligopol durch Marktkonzentration und Abhängigkeit
  • Grosskonzerne und Patente beeinflussen stark die Entwicklung der Landwirtschaft, was sehr kritisch gesehen wird
  • Externalisierung der Kosten auf Gesellschaft nehmen zu
  • Wer profitiert und wer zahlt?
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Einschränkung der konventionellen Züchtung

  • Patente auf NGT greifen oft auf Sorten aus der konventionellen Züchtung, was die genetische Vielfalt bedroht
  • Bereits jetzt sind Einschränkungen Realität (z.B. 20 Patente auf Resistenz Jordan Virus bei Tomaten)
  • Rechtssicherheit der Züchtenden: konventionelle Züchtung soll später nicht durch Patente Dritter in Frage gestellt werden können
  • Freier Zugang zu genetischen Ressourcen muss gewahrt werden
  • Ohne Regulierung der Patente, gerät konventionelle Züchtung unter hohen Druck
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Möglichkeit der Koexistenz

  • Koexistenz als Idee vs. Koexistenz als Praxis: breite Zustimmung zur Idee, grosse Skepsis gegenüber der Umsetzbarkeit.
  • Klare Trennung sei aufgrund von Bienenflug, Kleinräumigkeit und komplexer Lieferketten kaum realisierbar.
  • Trotzdem braucht es eine Regulierung, denn eine unregulierte Anwendung führe zu totaler Vermischung und schlussendlich Inexistenz der Koexistenz.
  • Koexistenz im Feld muss auch langfristig gedacht werden, da die Vermischung über Zeit eine klare Grenzziehung zunehmend erschweren wird.
  • Praktikabilität und Ausgestaltung der Grenzwerte hängen zusammen: bei Nulltoleranz wäre Koexistenz unmöglich, bei hoher Toleranz würde die Glaubwürdigkeit der NGT-freien Produktion leiden.
  • Wissenschaft allein (auch «gute» unabhängige Forschung) wird nicht die Antworten liefern, die wir für eine Koexistenzregulierung gerne hätten.
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Praktische Umsetzung der Koexistenz

  • Unterschiedliche Arten (Apfel, Raps, Weizen) haben unterschiedliche Anforderungsprofile (z.B. Abstände).
  • Wunsch nach Übersicht und Kontrolle durch Register, Markierungen, räumliche Barrieren oder klar voneinander abgegrenzte Bereiche.
  • Ganze Regionen abzugrenzen, wurde als praktisch unmöglich eingeschätzt, da nie alle aus einer Region zustimmen würden.
  • Kontrolle der Warenflusstrennung ist mit hohem Aufwand verbunden. Wer ist für die Kontrolle verantwortlich?
  • Umsetzung der Koexistenz wurde oft als organisatorische und administrative Herausforderung verstanden – weniger als rein technische Frage.
  • Bei Kontamination Haftung durch Verursacher:in
  • Die Vermischung durch Pollen und Wind könnte ein Problem werden, gäbe aber auch technische Möglichkeiten (z.B. CMS)
  • Entwicklung von Nachweisverfahren grundlegend
  • Nachweis könnte ein Problem darstellen wird, da es selbst mit gelieferten Nachweisverfahren teilweise schwierig werden könnte.
  • Grundsätzliche Fragen blieben offen: wer die potenziellen Risiken und Kosten trägt und wie viel Nutzen realistisch zu erwarten sei. 
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Wahlfreiheit und Transparenz

  • Kennzeichnung und die Sicherung der Wahlfreiheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette als zentrale Elemente
  • Kennzeichnung ist in jedem Fall nötig, auch wenn Produkte aus dem Ausland kommen.
  • Wie schaffen wir Transparenz, ohne das Vertrauen der Konsument:innen zu zerstören oder Komplexität zu vereinfachen? 
  • Label durch privatwirtschaftliche Unternehmen möglich, wurde aber kritisch gesehen, eher Entlastung durch Politik gefordert
  • Kennzeichnung soll informieren, aber nicht überfordern
  • Wie viel Wahlfreiheit steck in unserem Ernährungssystem wirklich? Essen wir, was wir produzieren oder produzieren wir, was wir essen? 
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Einbindung der Gesellschaft

  • Spannungsfelder zeichnen sich weniger entlang fachlicher Argumente, sondern entlang persönlicher Wertevorstellungen.
  • Gegenseitiges Verständnis der jeweiligen Perspektiven führt dazu, dass Positionen weniger starr oder einseitig wahrgenommen werden.
  • Nur weil man eine progressive Grundhaltung hat, hiess das nicht, dass nicht auch bewahrende und schützende Aspekte wichtig waren und umgekehrt.
  • Wunsch nach Transparenz, Dialog und gesellschaftlicher Einbettung der Technologie.
  • Es gibt kein gesellschaftliches Verständnis davon, was in der Pflanzenzucht alles gemacht wird und ab wann etwas als GVO gilt. Gehört nicht zur Allgemeinbildung.
  • Handlungsbedarf besteht dort, wo unterschiedliche Verständnisse zentraler Begriffe oder Konzepte eine vertiefte Diskussion erschweren.
  • Meinungsverschiedenheiten bei konkreter Abwägung der Chancen und der Risiken.
  • Es gibt nur wenig Wissen darüber, wie Konsument:innen zu NGT stehen. 
  • Wird NGT lediglich als neue Züchtungsmethode präsentiert oder als Eingriff in die Natur?
  • Möchten die Konsument:innen überhaupt Gentechnik? Wer leistet Aufklärungsarbeit und wie sollen sie informiert werden?
  • Meinung der Konsument:innen beeinflusst das Verhalten der Lebensmittelhändler
  • Soll die Gesellschaft die Grenze zu Gentechnik definieren?
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Betrachtung der Technologie

  • Teils bewusste Verschiebung von der Methode hin zur Wirkung einer Sorte: Nicht die Frage, wie gezüchtet wird, sondern was eine Pflanze bewirkt – ökologisch, gesundheitlich, gesellschaftlich.
  • Machtkonzentration, Profitgier oder Auswirkung der Patente auf den Zugang genetischer Ressourcen werden mit akuteren Risiken verbunden als die Wirkungsweise der Technologie
  • Auch in der konventionellen Züchtung bestehen Risiken: Wie beeinflusst NGT diese Risiken?
  • Leere Versprechen der NGT: Technologie gibt es schon lange, aber Produkte auf dem Markt bleiben aus. Technologie hat sich noch nicht bewährt.
  • Bei einer Risikoanalyse über NGT müssen auch die Risiken von Nichtstun und Einschränkung von anderen Ansätze betrachtet werden.
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Einbettung der Thematik in Gesamtlandwirtschaft

  • Züchtung ist nur ein Teil des Agrarsystems und allein durch NGT kann keine nachhaltige Landwirtschaft erreicht werden kann.
  • Unterschiedliche Ansätze für Pflanzenzüchtung bei verschiedenen Kulturen nötig
  • Unklar wie die globale Einführung von NGT die gentechnikfreie Saatgutverfügbarkeit bestimmter Kulturen verändern wird.
  • Soll die Schweizer Landwirtschaft stärker exportorientiert agieren oder die Selbstversorgung priorisieren? strategische Ausrichtung beeinflusst den Umgang mit NGT und sollte in der AP30+ berücksichtigt werden.
  • Wird NGT in 20 Jahren überhaupt noch eine Rolle spielen oder werden wir uns mit anderen (geopolitischen) Problemen beschäftigen müssen?
  • Diversität – in Sorten, Anbausystemen und Züchtungsansätzen –  mehrfach als robusterer Ansatz beschrieben als technologische Einzelmassnahmen. 
  • Sowohl Befürchtung von unkontrollierter Entwicklungen als auch das Verpassen wichtiger Chancen machen Diskussion um Regulierung von NGT notwendig. 
  • Sachverhalte müssen systemischer betrachtet und langfristig gedacht werden.
  • Die Vernetzung mit der EU muss bei der Regulierung miteinbezogen werden.
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